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Heilpraktiker-Berufsausbildung
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Alchymie

Einleitung

Alchimie - verrufenes Wort, und doch umwoben von geheimnisvollem Schimmer, nichtssagend für die einen, ein leerer Klang, oder mit überlegenem Lächeln abgetan, weckt es bei anderen im Geiste die Vorstellung versteckter Gewölbe, wo im aufzuckenden Feuerschein seltsamer Öfen dunkle Gestalten mit absonderlichem Gerät hantieren, wo Adepten im Schein des kümmerlichen Öllämpchens über schwere Folianten brütend die mystisch verschleierten Anweisungen suchen für ihr heimliches Tun, für die Lösung des Welträt- sels, für die Ergründung des großen Geheimnisses vom Leben. Längst schon glaubte man sie verschwunden, die Alchimie, jene Kunst, die sich als Wissenschaft gebärdete, die den Menschen alle so heißbegehrten Schätze irdischer Glückseligkeit gewähren wollte, ein langes Leben in steter Jugendfrische und unerschütterlicher Gesundheit, uner- schöpflichen Reichtum mit Ansehen und Macht, und den sanften, unmerklichen Übergang in das andere Dasein. Das Zeitalter der Aufklärung hatte sie von der Weltbühne verdrängt, von der Wissenschaft verachtet, verbannte man sie in die Rumpelkammer der Menschheit, dorthin, wo sich in buntem Durcheinander alle die überwundenen Torheiten häufen, Gespensterspuk und Dämonenglaube, Hexenwahn und Teufelskult.

Was ist Alchimie, was sind Alchimisten? Sucht man die Beantwortung dieser Frage in einem Lexikon, das als Niederschlag derzeitigen Wissens gelten kann, so wird man dem Sinne nach kurz das folgende finden: Alchimisten waren Leute, deren Bestreben darauf gerichtet war, den Stein der Weisen zu erzeugen. Diese geheimnisvolle Substanz sollte die Eigenschaft haben, die sogenannten unedlen Metalle in edle, das heißt Gold und Silber zu verwandeln, indem davon eine kleine Menge auf ein in Fluß stehendes geringes Metall geworfen wurde. Weiter wurde dieser Substanz die Fähigkeit zugeschrieben, eine Universalpanazee für die menschlichen Krankheiten zu sein, auf den Organismus heilend, stärkend und verjüngend einzuwirken.

In der Hauptsache bedeutet Alchimie die Kunst der Metallverwandlung, doch ist den Alchimisten eine derartige Umwandlung niemals gelungen. Die Alchimie ist ebenso, wie ihr Stein der Weisen gleichbedeutend mit Aberglaube, Unwissenheit und Betrug. Es ist ein vernichtendes Urteil, das damit von berufener Seite über die Alchimie gefällt wird, und es ist maßgebend für die Allgemeinheit. Und doch ist es ein Fehlurteil, das auf Oberflächlichkeit und Unkenntnis beruht. Einmal sind Beweise für gelungene Metallumwandlungen auf Grund geschichtlicher Berichte und einwandfreier Zeugnisse genügend vorhanden. Sie ableugnen, hieße alle beglaubigten geschichtlichen Geschehnisse ableugnen, weil Augenzeugen dafür nicht mehr am Leben sind. Zum anderen aber ist das, was damit verurteilt wird, das, was von der Öffentlichkeit verschwinden mußte, nicht die eigentliche, die wahre Alchi- mie, sondern deren Zerrbild, eine Afteralchimie, die sich den Namen Alchimie anmaßte und unter ihm ihr Unwesen trieb.

Für diese falsche Alchimie gibt es nur ein Ziel, die Metallumwandlung, sie führt weiter ein heimliches Dasein in den Versuchen von Phantasten, und sie ist es, die von Betrügern zu deren Gaunereien benutzt wird. Heute ist man überall wieder eifrig am Werk, das heißersehnte Ziel der Metallumwandlung zu erreichen. Unter Berücksichtigung moderner Theorien, nach denen radioelektrische Phänomene die Ursache für eine spontane Änderung im Aufbau der Atome und damit auch für die Metallumwandlung sind, glaubt man den Weg gefunden zu haben, der zum Ziele führt, hofft man, der Alchimie ihr großes Geheimnis vom Stein der Weisen entreißen zu können.

 

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